{"id":144,"date":"2011-09-20T19:50:51","date_gmt":"2011-09-20T19:50:51","guid":{"rendered":"https:\/\/hermannlei.ch\/?p=144"},"modified":"2011-09-20T19:50:51","modified_gmt":"2011-09-20T19:50:51","slug":"was-ist-christliche-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hermannlei.ch\/?p=144","title":{"rendered":"Was ist christliche Politik?"},"content":{"rendered":"<div style=\"padding-bottom:20px; padding-top:10px;\" class=\"hupso-share-buttons\"><!-- Hupso Share Buttons - https:\/\/www.hupso.com\/share\/ --><a class=\"hupso_toolbar\" href=\"https:\/\/www.hupso.com\/share\/\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/buttons\/lang\/de\/share-small.png\" style=\"border:0px; padding-top: 5px; float:left;\" alt=\"Share Button\"\/><\/a><script type=\"text\/javascript\">var hupso_services_t=new Array(\"Twitter\",\"Facebook\",\"Google Plus\",\"Pinterest\",\"Linkedin\",\"Digg\",\"Bebo\",\"Delicious\",\"Print\");var hupso_background_t=\"#EAF4FF\";var hupso_border_t=\"#66CCFF\";var hupso_toolbar_size_t=\"small\";var hupso_image_folder_url = \"\";var hupso_url_t=\"\";var hupso_title_t=\"Was%20ist%20christliche%20Politik%3F\";<\/script><script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/js\/share_toolbar.js\"><\/script><!-- Hupso Share Buttons --><\/div><p><span style=\"text-decoration: underline;\">Ist die Kirche politisch?<\/span><\/p>\n<p><strong>Zum 1. August dieses Jahres hat die Schweizer Bischofskonferenz, vertreten durch den Einsiedler Abt Martin Werlen, eine Botschaft ver\u00f6ffentlicht unter dem Titel \u201eDie Kirche ist politisch\u201c. Allein schon der Titel stimmt skeptisch. Politik ist in\u00a0 erster Linie Gestaltung des\u00a0 staatlichen Lebens, Gestaltung der Zukunft mit den Mitteln von heute. Neben der Politik gibt es z. B. noch das Privatleben, das der \u00d6ffentlichkeit\u00a0 entzogene Leben.\u00a0 Was aber ist christliche Politik?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Irrglaube der politischen Kirche<\/strong><\/p>\n<p>Nicht nur Katholiken wie Abt Werlen h\u00e4ngen der politischen Kirche nach. Der reformierte Theologe Andreas Peter z.B. forderte im \u201eWort zum Sonntag\u201c tats\u00e4chlich ein \u201ebedingungsloses Grundeinkommen\u201c. Das entspreche dem Gleichnis vom Weinberg und sei biblisch. Zudem redete er einer nationalen Erbschaftssteuer das Wort. Pfarrer Peters Propaganda entsprach exakt der zuf\u00e4llig drei Tage sp\u00e4ter pr\u00e4sentierten Volksinitiative von linken Parteien und Gewerkschaften. Der Gottesmann ereiferte sich \u00fcber den \u201eGeldadel\u201c und sagte: \u201eDie allermeisten Menschen in der Schweiz, also Sie und ich, m\u00fcssen nichts bezahlen.\u201c Da versteckt einer Eigennutz, Populismus und demagogische Pl\u00fcnderungsfantasien hinter einem christlichen Deckmantel. Was ist unchristlich, wenn eine Familie f\u00fcr die n\u00e4chste Generation vorsorgt? Warum sind f\u00fcr die Kirchen s\u00e4mtliche Minderheiten sch\u00fctzenswert, nur nicht diejenigen, die arbeiten? (Chr. M\u00f6rgeli in der Weltwoche)<\/p>\n<p>Muss die Kirche denn \u00fcberhaupt politisch sein? Die wesentliche westeurop\u00e4ische Sonderentwicklung in der Weltgeschichte besteht im mittelalterlichen Kampf zwischen Kaiser und Papst, zwischen Kirche und Staat. Daraus entwickelte sich die heutige Trennung zwischen Kirche und Staat. Alle bedeutenden Lehrer der christlichen Kirchen haben davor gewarnt, Reich Gottes und Reich dieser Welt gleich zu setzen. Und die <em>Bibel ist auch kein Rezeptbuch f\u00fcr politisches Handeln<\/em>. Dies im Gegensatz z.B. zum Islam. Dieser hat direkt f\u00fcr diese Welt anwendbare und bindende gesetzliche Vorschriften.<\/p>\n<p>Christen sollten in der Politik also nicht das Heil sehen. Wir sind zwar in der Welt aber nicht von dieser Welt. Das Wort von Abt Martin Werlen, die Kirche m\u00fcsse politisch sein, ist falsch.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Unchristlicher Wohlfahrtsstaat <\/strong><\/p>\n<p>Nach der hier vertretenen Ansicht gibt es also nicht eine christliche Politik und die Bibel gibt f\u00fcr das politische Tagesgesch\u00e4ft keine Anleitungen. Wohl aber gibt es eine christliche Kultur und Geisteshaltung, welche uns durchaus Hinweise gibt, wie wir uns in der Politik verhalten sollen:<\/p>\n<p>Jedes Jahr arbeiten wir z.B. bis in den Juli f\u00fcr obligatorische Abgaben. In dem Masse wie die staatlichen Sozialinstanzen voranschreiten bilden sich urspr\u00fcngliche Solidarverb\u00e4nde (Familien, Nachbarschaften etc.) zur\u00fcck. Daf\u00fcr nimmt die\u00a0 Macht der Amtstr\u00e4ger zu, ebenso der Zentralismus. Eine Grundkategorie des Menschlichen, des Christlichen, die gegenseitige Anteilnahme und Hilfestellung, wird in die Sph\u00e4re der amtlichen Erledigung transferiert. Und der Wohlfahrtsstaat ist masslos, er erfordert immer mehr Mittel, denn die Begehrlichkeiten nehmen immer mehr zu. Mit christlicher N\u00e4chstenliebe hat das Umverteilungsprogramm des Sozialstaates nichts zu tun.<\/p>\n<p>Im Gegenteil: Bei der biblischen N\u00e4chstenliebe geht der Impuls der Hilfeleistung\u00a0 vom Helfenden aus. Im Sozialstaat geht der Impuls hingegen vom Anspruch aus, den der Staat im Namen der Bed\u00fcrftigen stellt. Damit ist nun der Niedergang der\u00a0 N\u00e4chstenliebe verbunden: Ich habe ja meine Pflichten durch die Steuerzahlung erf\u00fcllt.\u00a0 Es ist daher entschieden der Auffassung entgegenzutreten, der Umverteilungsstaat europ\u00e4ischer Pr\u00e4gung der neuesten Zeit sei christlich oder sei mindestens \u00e4hnlich dem, was Christus gefordert habe.<\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen erfordert das europ\u00e4ische Sozialstaatsmodell heute so viele Mittel, dass sie nur durch gigantisches Schuldenmachen beschafft werden k\u00f6nnen. Nachhaltig ist das nicht, wir leben auf Kosten der Nachkommen, eine Korrektur, ja vielleicht der Zusammenbruch dieses Systems ist unvermeidlich. Aus christlicher Warte m\u00fcssen wir zugespitzt sagen: Der Wohlfahrtsstaat ist unchristlich, der Wohlfahrtsstaat kann niemals den Anspruch erheben, christlich zu sein, bzw. christliche Werte zu verk\u00f6rpern.<\/p>\n<p><strong>Unchristliches Islam-Appeasement<\/strong><\/p>\n<p>Die Stellungnahmen des Evang. Kirchenbundes\u00a0 der Schweiz zu Abstimmungsvorlagen sind auch ein \u00c4rgernis. Sie stellen eine Anmassung dar, weil sie mit dem Anspruch daher kommen, einen politischen Sachverhalt ethisch und moralisch werten zu k\u00f6nnen. In Abstimmungen geht es aber kaum je um gut oder b\u00f6se, sondern h\u00f6chstens um richtig oder falsch. Nehmen wir das Beispiel die Minarettinitiative, welche vom Kirchenbund heftig bek\u00e4mpft wurde. Unbestritten ist das Recht von einzelnen Mitgliedern der Kirche, sich zu politischen Fragen zu \u00e4ussern. Im vorliegenden Fall ist aber zu bedenken,\u00a0 dass die Haltung der christlichen Kirche zum Islam auch schon anders war, dass sogar im Namen Christi\u00a0 Kreuzz\u00fcge gef\u00fchrt wurden und die damaligen Christen waren sicher, das Richtige zu tun.\u00a0 Nun ruft nat\u00fcrlich niemand zu Kreuzz\u00fcgen auf, aber man kann sich durchaus fragen, wo und wann die sog. Toleranz und Offenheit, der Respekt gegen\u00fcber einer andern Religion, in Gleichg\u00fcltigkeit, Leisetreterei umschl\u00e4gt oder gar schlicht Ausdruck mangelnder eigener\u00a0 \u00dcberzeugung ist. Angela Merkel\u00a0 wurde\u00a0 getadelt, weil sie sich \u00fcber die T\u00f6tung von Bin Laden freute.\u00a0 Man kann da verschiedener\u00a0 Meinung sein, Christentum mit Pazifismus in dieser unserer Welt gleichzusetzen geht aber nicht.<\/p>\n<p>Ayaan Hirsi Ali, die als Muslimin erzogen wurde und in die Niederlande fl\u00fcchtete und dort zu einer K\u00e4mpferin f\u00fcr die Redefreiheit wurde und deswegen bewacht werden muss, sagt: \u201eWer den Islam nicht wirklich kennen gelernt hat, versteht ihn nicht.\u00a0 Sein Ziel ist die Einrichtung eines totalit\u00e4ren islamischen Staates \u2026 mit der islamischen Religion als Quell der Gesetzgebung. Nicht alle, die sich zum Islam bekennen, streben ein solches theokratisches Regime an. Aber ich halte die von vielen Europ\u00e4ern in Unkenntnis der Lage \u00fcbernommene Trennung\u00a0 zwischen den vielen guten und den wenigen b\u00f6sen Islamisten f\u00fcr falsch .. der Islam als politische Ideologie tr\u00e4gt klar totalit\u00e4re Z\u00fcge im Sinne einer kollektivistischen Ideologie, f\u00fcr die das Individuum als solches keinen Wert hat.\u201c Wem unsere christliche Kultur ein Anliegen ist, dem ist das nicht neu und der wird sich gegen den Islam wehren wollen. Ein Appeasement gegen\u00fcber dem Islam aber kann man mit Christentum wohl kaum in Einklang bringen.<\/p>\n<p><strong>Christliche Schlussfolgerung<\/strong><\/p>\n<p>Abstimmungsparolen zu verbreiten ist also keine christliche Politik, mit politischen Eingriffen sollte sich die Kirche zur\u00fcckhalten. Hingegen ergeben sich aus unserer christlichen Kultur durchaus Handlungsanweisungen, z.B. die, den masslosen Wohlfahrtsstaat oder den Islam einzud\u00e4mmen. In diesem Sinne gibt es wohl doch eine christliche Politik. Aber\u00a0 sie m\u00fcsste anders sein als unsere Kirchenoberen glauben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"padding-bottom:20px; padding-top:10px;\" class=\"hupso-share-buttons\"><!-- Hupso Share Buttons - https:\/\/www.hupso.com\/share\/ --><a class=\"hupso_toolbar\" href=\"https:\/\/www.hupso.com\/share\/\"><img src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/buttons\/lang\/de\/share-small.png\" style=\"border:0px; padding-top: 5px; float:left;\" alt=\"Share Button\"\/><\/a><script type=\"text\/javascript\">var hupso_services_t=new Array(\"Twitter\",\"Facebook\",\"Google Plus\",\"Pinterest\",\"Linkedin\",\"Digg\",\"Bebo\",\"Delicious\",\"Print\");var hupso_background_t=\"#EAF4FF\";var hupso_border_t=\"#66CCFF\";var hupso_toolbar_size_t=\"small\";var hupso_image_folder_url = \"\";var hupso_url_t=\"\";var hupso_title_t=\"Was%20ist%20christliche%20Politik%3F\";<\/script><script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/js\/share_toolbar.js\"><\/script><!-- Hupso Share Buttons --><\/div><p>Ist die Kirche politisch? Zum 1. August dieses Jahres hat die Schweizer Bischofskonferenz, vertreten durch den Einsiedler Abt Martin Werlen, eine Botschaft ver\u00f6ffentlicht unter dem Titel \u201eDie Kirche ist politisch\u201c. Allein schon der Titel stimmt skeptisch. 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