{"id":148,"date":"2011-09-28T11:15:33","date_gmt":"2011-09-28T11:15:33","guid":{"rendered":"https:\/\/hermannlei.ch\/?p=148"},"modified":"2011-09-28T11:15:33","modified_gmt":"2011-09-28T11:15:33","slug":"treibt-uns-die-nationalbank-in-die-eu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hermannlei.ch\/?p=148","title":{"rendered":"Treibt uns die Nationalbank  in die EU?"},"content":{"rendered":"<div style=\"padding-bottom:20px; padding-top:10px;\" class=\"hupso-share-buttons\"><!-- Hupso Share Buttons - https:\/\/www.hupso.com\/share\/ --><a class=\"hupso_toolbar\" href=\"https:\/\/www.hupso.com\/share\/\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/buttons\/lang\/de\/share-small.png\" style=\"border:0px; padding-top: 5px; float:left;\" alt=\"Share Button\"\/><\/a><script type=\"text\/javascript\">var hupso_services_t=new Array(\"Twitter\",\"Facebook\",\"Google Plus\",\"Pinterest\",\"Linkedin\",\"Digg\",\"Bebo\",\"Delicious\",\"Print\");var hupso_background_t=\"#EAF4FF\";var hupso_border_t=\"#66CCFF\";var hupso_toolbar_size_t=\"small\";var hupso_image_folder_url = \"\";var hupso_url_t=\"\";var hupso_title_t=\"Treibt%20uns%20die%20Nationalbank%20%20in%20die%20EU%3F\";<\/script><script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/js\/share_toolbar.js\"><\/script><!-- Hupso Share Buttons --><\/div><p><em>Riskantes Man\u00f6ver mit unserer Unabh\u00e4ngigkeit<\/em><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Am 6. September 2011 teilte die Nationalbank mit, dass sie zur Vermeidung einer angeblichen Deflation in unbeschr\u00e4nktem Ausmasse ausl\u00e4ndische Devisen kaufen wolle mit dem Ziel, den Schweizer Franken nachhaltig zu schw\u00e4chen. <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Als Mindestkurs wurde \u2013 ausschliesslich gegen\u00fcber dem Euro \u2013 eine Limite von Fr. 1.20 fixiert \u2013 ein Wert, den der Euro auf freien M\u00e4rkten nicht mehr hat. Ziel sei, damit die Exportwirtschaft und die Tourismusbranche in der Schweiz zu sch\u00fctzen; diesem Vorhaben wird alles untergeordnet. Doch welches sind die Risiken?<\/p>\n<p><strong>Kein Unternehmer handelt so<\/strong><\/p>\n<p>Von M\u00e4rz 2010 bis August 2011 kaufte die Nationalbank bereits f\u00fcr \u00fcber zweihundert Milliarden Schweizer Franken ausl\u00e4ndische Devisen, vorzugsweise Euro. Dies mit dem Ziel, dessen Kurs zu st\u00fctzen. Dies gelang nicht; der Euro-Kurs sank von ca. Fr. 1.55 Anfang 2010 auf Fr. 1.10 Anfang September 2011 \u2013 kurzzeitig sogar fast auf Parit\u00e4t mit dem Schweizer Franken.<\/p>\n<p>Die freien M\u00e4rkte haben offensichtlich kein Vertrauen mehr in die europ\u00e4ische W\u00e4hrung. Doch nicht nur in Griechenland droht der Staatsbankrott. Niemand investiert noch in offensichtlich zu Grunde gehende L\u00e4nder und ihre W\u00e4hrung.<\/p>\n<p>Niemand? Doch, die Nationalbank tut es, und neu sogar in \u00abunbeschr\u00e4nktem Ausmass\u00bb. Die Folgen sind fatal: Uns droht neben dem Risiko der Verschuldung \u00fcber die SNB-Verluste neu auch noch eine Frankenschwemme, woraus \u2013 unter Umst\u00e4nden massive \u2013 Inflation resultieren kann. Tritt diese ein, dann d\u00fcrften Hypozinsen in gleicher Gr\u00f6ssenordnung wie die j\u00e4hrliche Inflation zu erwarten sein. Und auch f\u00fcr Gewerbekredite sieht es nicht besser aus. Dies wird unsere Wirtschaft nicht nur abbremsen, nein: Daraus kann eine gravierende, harte und zerst\u00f6rerische Rezession entstehen.<\/p>\n<p>Sollte der Kurs \u2013 auf tieferem Niveau \u2013 wieder freigegeben werden m\u00fcssen, erleidet die Nationalbank erneute Verluste auf ihren immensen, Hunderte Milliarden schweren Euro-Best\u00e4nden, welche unsere Staatsfinanzen in den Abgrund reissen werden. All dies bringt uns in eine Negativspirale, in welcher sich L\u00e4nder wie Griechenland aktuell befinden.<\/p>\n<p><strong>Disziplin, Aufschwung und Verl\u00e4sslichkeit<\/strong><\/p>\n<p>Was k\u00f6nnte das zugegebenermassen schlechte Szenario verhindern? Nur eines: Wenn die europ\u00e4ischen Staatshaushalte inklusive diejenigen aller Krisenl\u00e4nder wieder ins Gleichgewicht gebracht w\u00fcrden. Hierzu bed\u00fcrfte es eisener Disziplin in der Budgetpolitik, eines Wirtschaftsaufschwunges und generell auch einer europ\u00e4ischen Politik, welche f\u00fcr die Unternehmen und Privaten verl\u00e4sslich ist. Das gleichzeitige Eintreffen all dieser drei Erfordernisse kann allerdings nicht ernsthaft erwartet werden. Das extrem zyklische Verhalten der europ\u00e4ischen Regierungen, welche in den guten Zeiten Geld zum Fenster hinauswerfen und in der Not dann sparen sollten, dies aber nicht k\u00f6nnen, st\u00f6sst die Volkswirtschaften (nicht nur jene Griechenlands) noch tiefer in den Abgrund. Denn all diese angeschlagenen L\u00e4nder werden dann zum absolut falschesten Zeitpunkt Steuererh\u00f6hungen erlassen m\u00fcssen, deren behaupteter Mehrerl\u00f6s sich infolge scharfer Rezession in Nichts aufl\u00f6st \u2013 was die EU-Kommission allerdings nicht daran hindert, weitere zentralistische Regulierung und umfassende Zentralisierung der Macht voranzutreiben. Damit zerst\u00f6rt die EU und die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) das letzte Vertrauen, das ihnen aus Kreisen der Markteilnehmer noch entgegengebracht worden ist. Somit h\u00e4ngt auch die dritte Voraussetzung f\u00fcr das Nicht-Eintreffen des von der SNB eingegangen Risikos einer substantiellen wirtschaftlichen \u2013 und schlussendlich auch politischen \u2013 Selbstzerst\u00f6rung der Schweiz in der Luft.<\/p>\n<p><strong>Wechselkurs-Fixierung hat nie funktioniert<\/strong><\/p>\n<p>Im Grunde wissen es alle: Keine Zentralbank vermochte bisher je auf Dauer einen Wechselkurs im Widerspruch zu allen Marktkr\u00e4ften zu fixieren: Wer das versucht, k\u00f6nnte allzu rasch zum Spielball viel st\u00e4rkerer Marktm\u00e4chte sowie anderer Regierungen werden. Warum also versucht dies unsere Nationalbank? Wieso ausgerechnet in dem Land, das 1992 den Beitritt zum EWR ablehnte und das sich seither dem EU-Beitritt mit Dreiviertel-Mehrheit widersetzt?<\/p>\n<p><strong>Linker Bankrat \u2013 rechte Mehrheit<\/strong><\/p>\n<p>Ist entsprechender Ruf aus Br\u00fcssel oder Frankfurt ergangen? Verlocken Karriere-Chancen? Wird Druck auf die Schweiz ausge\u00fcbt? Sicher ist: SNB-Pr\u00e4sident Philipp Hildebrand handelt nicht allein. Der Mitte-Links-Bankrat scheint seine Entscheidungen zu st\u00fctzen \u2013 begeisterte Zustimmung von Seiten Gewerkschaftsbund und Interessenvertretern aus dem linken politischen Spektrum sprechen B\u00e4nde.<\/p>\n<p>Obwohl er seit M\u00e4rz 2010 rund f\u00fcnfzig Milliarden Schweizer Franken an Volksverm\u00f6gen vernichtet hat, scheint Philipp Hildebrand als SNB-Pr\u00e4sident unbestritten. Vordergr\u00fcndig werden Schutz der Exportwirtschaft und Vermeidung einer Deflation als Gr\u00fcnde f\u00fcr die Interventionen genannt. Der erste Grund ist legitim, auch wenn mit dem Mittel der Kurzarbeit alternative M\u00f6glichkeiten bestehen w\u00fcrden. Immerhin: Selbst Exponenten der Rechten st\u00fctzen seit dem 6. September die Massnahmen der Nationalbank und hoffen auf ein Gelingen der \u00dcbung.<\/p>\n<p><strong>Gibt es eine L\u00f6sung?<\/strong><\/p>\n<p>G\u00e4be es eine m\u00f6gliche L\u00f6sung, aus eigener Kraft das hier skizzierte negative Szenario vielleicht zu verhindern? Ich denke ja.<\/p>\n<p>Die Ausf\u00e4lle in der Export- und Tourismusindustrie k\u00f6nnten mittels gegebenenfalls zu verl\u00e4ngernder Kurzarbeit aufgefangen werden. Damit bliebe das Know-How in den Betrieben erhalten, teure Abbau- und Neueinstellungsmassnahmen k\u00f6nnten vermieden werden. Angek\u00fcndigte Massnahmen, f\u00fcr die \u00abunbeschr\u00e4nkte\u00bb Ressourcen nun einmal nicht zur Verf\u00fcgung stehen, m\u00fcssten gar nicht ins Auge gefasst werden.<\/p>\n<p>Auch eine starke Aussenpolitik der Schweiz w\u00e4re jetzt gefragt. Es ist offensichtlich, dass seitens der EU versucht wird, die Schweiz zugunsten der EU wirtschaftlich zu schw\u00e4chen \u2013 in der Hoffnung, sie damit schliesslich in die EU geradezu zu zwingen.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr einmal Notrecht<\/strong><\/p>\n<p>Tatsache ist: Die Nationalbank hat den Schweizer Franken an eine zerfallende W\u00e4hrung gekn\u00fcpft. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass daraus h\u00f6here Staatsverschuldung, eine hohe Inflation und der Absturz in eine selbstverschuldete Rezession drohten. Ja, der Schweiz k\u00f6nnte angesichts sich t\u00fcrmender Euro-Guthaben in der SNB-Bilanz sogar bl\u00fchen, sich am Euro-Rettungsschirm beteiligen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Die Nationalbank treibt unser Land in die EU \u2013 und nur mit viel Gl\u00fcck werden wir aus dem angerichteten Schlamassel wieder herausfinden. In Anbetracht der sich kumulierenden Risiken, welche uns die (t\u00e4glichen) Euro-K\u00e4ufe der Nationalbank bescheren, t\u00e4te der Bund gut daran, der Nationalbank diesen Unsinn mit Notrecht zu verbieten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"padding-bottom:20px; padding-top:10px;\" class=\"hupso-share-buttons\"><!-- Hupso Share Buttons - https:\/\/www.hupso.com\/share\/ --><a class=\"hupso_toolbar\" href=\"https:\/\/www.hupso.com\/share\/\"><img src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/buttons\/lang\/de\/share-small.png\" style=\"border:0px; padding-top: 5px; float:left;\" alt=\"Share Button\"\/><\/a><script type=\"text\/javascript\">var hupso_services_t=new Array(\"Twitter\",\"Facebook\",\"Google Plus\",\"Pinterest\",\"Linkedin\",\"Digg\",\"Bebo\",\"Delicious\",\"Print\");var hupso_background_t=\"#EAF4FF\";var hupso_border_t=\"#66CCFF\";var hupso_toolbar_size_t=\"small\";var hupso_image_folder_url = \"\";var hupso_url_t=\"\";var hupso_title_t=\"Treibt%20uns%20die%20Nationalbank%20%20in%20die%20EU%3F\";<\/script><script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/js\/share_toolbar.js\"><\/script><!-- Hupso Share Buttons --><\/div><p>Riskantes Man\u00f6ver mit unserer Unabh\u00e4ngigkeit Am 6. September 2011 teilte die Nationalbank mit, dass sie zur Vermeidung einer angeblichen Deflation in unbeschr\u00e4nktem Ausmasse ausl\u00e4ndische Devisen kaufen wolle mit dem Ziel, den Schweizer Franken nachhaltig zu schw\u00e4chen. 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