{"id":175,"date":"2012-01-07T05:18:22","date_gmt":"2012-01-07T05:18:22","guid":{"rendered":"https:\/\/hermannlei.ch\/?p=175"},"modified":"2012-01-07T05:18:22","modified_gmt":"2012-01-07T05:18:22","slug":"7-1-2012-interview-in-der-tz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hermannlei.ch\/?p=175","title":{"rendered":"7.1.2012 Interview in der TZ"},"content":{"rendered":"<div style=\"padding-bottom:20px; padding-top:10px;\" class=\"hupso-share-buttons\"><!-- Hupso Share Buttons - https:\/\/www.hupso.com\/share\/ --><a class=\"hupso_toolbar\" href=\"https:\/\/www.hupso.com\/share\/\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/buttons\/lang\/de\/share-small.png\" style=\"border:0px; padding-top: 5px; float:left;\" alt=\"Share Button\"\/><\/a><script type=\"text\/javascript\">var hupso_services_t=new Array(\"Twitter\",\"Facebook\",\"Google Plus\",\"Pinterest\",\"Linkedin\",\"Digg\",\"Bebo\",\"Delicious\",\"Print\");var hupso_background_t=\"#EAF4FF\";var hupso_border_t=\"#66CCFF\";var hupso_toolbar_size_t=\"small\";var hupso_image_folder_url = \"\";var hupso_url_t=\"\";var hupso_title_t=\"7.1.2012%20Interview%20in%20der%20TZ\";<\/script><script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/js\/share_toolbar.js\"><\/script><!-- Hupso Share Buttons --><\/div><p><strong>Herr Lei, die Kritik an Ihrem Verhalten ist deutlich. War es nicht ein grosser Fehler, mit Informationen \u00fcber Philipp Hildebrands Konto an Christoph Blocher zu gelangen, statt die Beh\u00f6rden einzuschalten? <\/strong><\/p>\n<p>Hermann Lei: Ich m\u00f6chte betonen, dass sich der Informant in grosser Not an mich wandte, weil er entdeckt hatte, dass Philipp Hildebrand mutmasslich ein Devisenspekulant ist. Bankintern stiess er mit seinen Vorbehalten an und kam nicht weiter. Er bem\u00fchte mich auch nicht als Anwalt, ich hatte kein Mandat von ihm. Wir kennen uns aus der Schulzeit, und er wusste, dass ich eine kritische Haltung gegen\u00fcber Philipp Hildebrand vertrete.<\/p>\n<p><strong>Aber warum dieser umstrittene Weg \u00fcber Blocher?<\/strong><\/p>\n<p>Lei: Wir haben uns lange \u00fcberlegt, was wir tun sollen, nachdem mir der Informant detaillierte Informationen \u00fcber die Transaktionen gab, inklusive der Betr\u00e4ge, die an einzelnen Tagen \u00fcberwiesen wurden. Mein Informant wollte, dass abgekl\u00e4rt wird, weshalb Hildebrand mit W\u00e4hrungen spekuliert hat. Unser Ziel war daher, eine Untersuchung zu erreichen, etwa mit einer Interpellation im Nationalrat. Der Informant bat mich, ihm einen Kontakt zu einer politisch einflussreichen Person zu vermitteln, und diesem Wunsch kam ich nach.<\/p>\n<p><strong>Warum ausgerechnet Christoph Blocher?<\/strong><\/p>\n<p>Lei: Christoph Blocher hat politisches Gewicht in Bern, seine Vorst\u00f6sse m\u00fcssen Bundesrat und Parlament ernst nehmen. Der Informant wollte mit Blocher sprechen und bat mich, ihn zu begleiten. Blocher nahm die Schilderungen des Informanten zur Kenntnis und fand die Vorg\u00e4nge rund um Hildebrands Konto ebenfalls merkw\u00fcrdig. Wir kamen aber \u00fcberein, nicht an die Medien zu gelangen, um nicht die Nationalbank und damit die Schweiz zu sch\u00e4digen. Wir wollten eine saubere, diskrete Abkl\u00e4rung der Transaktionen. Blocher war darauf bedacht, dass die Medien nichts erfahren und informierte deshalb den Bundesrat. Die merkw\u00fcrdigen Erkl\u00e4rungsversuche Hildebrands, sein Schuldeingest\u00e4ndnis mit der Spende des Spekulationsgewinns an die Berghilfe zeigen, dass mein Informant die volle Wahrheit sagte.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Hildebrand konnte die Kritik aber an seiner Medienkonferenz weitgehend ausr\u00e4umen.<\/strong><\/p>\n<p>Lei: Ich bin noch mehr als vorher der Ansicht, dass National- und St\u00e4nder\u00e4te die Transaktionen der Familie Hildebrand genauer unter die Lupe nehmen m\u00fcssen. Der oberste W\u00e4hrungsh\u00fcter darf nicht spekulieren, da er die Wechselkurse stark beeinflusst. Darum halte ich mein Vorgehen nach wie vor f\u00fcr keinen Fehler \u2013\u00a0 im Gegenteil. Glaubt jemand im Ernst, dass die einzige Spekulation von Hildebrands Frau auf dem Konto ihres Mannes, der Deal kurz vor der Frankenanbindung ein Zufall sei?<\/p>\n<p><strong>Sie haben aber einer Person geholfen, die das Bankgeheimnis verletzt hat. K\u00f6nnen Sie das als Anwalt verantworten?<\/strong><\/p>\n<p>Lei: Ich war und bin nicht der Anwalt des Informanten in dieser Sache. Der Informant befand sich aber in grosser Gewissensnot und wandte sich neben mir auch an andere Stellen. F\u00fcr ihn war klar, dass der oberste W\u00e4hrungsh\u00fcter die Grunds\u00e4tze des Schweizerischen Bankenwesens verletzt, n\u00e4mlich Zuverl\u00e4ssigkeit und Verl\u00e4sslichkeit. Ich finde es nicht in Ordnung, dass der Informant jetzt schwere Konsequenzen tragen muss. Viel n\u00f6tiger w\u00e4re jetzt doch eine Untersuchung gegen Herrn Hildebrand.<\/p>\n<p><strong>Sie k\u00f6nnten rechtlich ebenfalls in die Bredouille geraten. Die Staatsanwaltschaft Z\u00fcrich ermittelt gegen Sie.<\/strong><\/p>\n<p>Lei: Davon weiss ich nichts. Ich glaube auch nicht, dass ich rechtliche Konsequenzen zu gew\u00e4rtigen habe. Ich bin mir keines Fehlverhaltens bewusst. Zudem habe ich durch mein Handeln keinerlei Vorteile erlangt \u2013 ganz im Gegenteil. Ich habe f\u00fcr den Informanten auf seinen Wunsch hin den Kontakt zur Politik erm\u00f6glicht. Ich war eine Art Brieftr\u00e4ger und habe geholfen, den Prozess anzustossen.<\/p>\n<p><strong>Warum haben Sie den Informanten nicht veranlasst, Dokumente den Beh\u00f6rden auszuh\u00e4ndigen? Das w\u00e4re korrekter gewesen.<\/strong><\/p>\n<p>Lei: Ich wusste zum damaligen Zeitpunkt nicht, ob die Informationen des Bankmitarbeiters wirklich zutreffen. Inzwischen ist klar, dass alles stimmt. Ausserdem kann Hildebrand nicht strafrechtlich belangt werden, weil beim Erlass der Insiderstrafnorm niemand daran gedacht hatte, dass W\u00e4hrungsh\u00fcter mit W\u00e4hrungen spekulieren k\u00f6nnten. Darum fand ich es kl\u00fcger, die Politik einzuschalten und die vorgesetzte Stelle von Hildebrand zu einer Untersuchung zu veranlassen.<\/p>\n<p><strong>War es nicht doch ein Rachefeldzug der SVP gegen den ungeliebten Philipp Hildebrand, f\u00fcr den Sie sich einspannen liessen?<\/strong><\/p>\n<p>Lei: Der Informant kam nicht aus parteipolitischen \u00dcberlegungen zu mir. Sein Beweggrund war die Gewissensnot angesichts der Transaktionen. Ich teile nach wie vor seine Einsch\u00e4tzung, dass ein Nationalbankpr\u00e4sident, der mit W\u00e4hrungen spekuliert untragbar ist. Und das unabh\u00e4ngig davon, dass ich zu den Kritikern der Politik der Nationalbank geh\u00f6re.<\/p>\n<p><strong>Hildebrand beruft sich auf das Reglement.<\/strong><\/p>\n<p>Lei: Es liegt nicht an mir, das zu beurteilen, das m\u00fcssen Bankrat und das Bundesparlament tun. F\u00fcr mich ist aber der Grundsatz unverr\u00fcckbar, dass ein Notenbankpr\u00e4sident nicht mit W\u00e4hrungen spekulieren darf und schon fast Millionenbetr\u00e4ge in Dollar wechselt. Das geht nicht. Statt von Anfang an Fehler einzugestehen, wehrte sich Hildebrand wochenlang. Erst unter grossem Druck kam jetzt das Schuldeingest\u00e4ndnis.<\/p>\n<p><strong>M\u00fcsste er zur\u00fccktreten?<\/strong><\/p>\n<p>Lei: Ja. Im Communiqu\u00e9 der Nationalbank vom 23. Dezember wurde beispielsweise mit keinem Wort erw\u00e4hnt, dass die Familie Hildebrand die knapp 500?000 Dollar wieder verkaufte und dass das Konto auf ihn lautete und nicht auf seine Frau. Ein Nationalbankpr\u00e4sident darf in einer solch brisanten Angelegenheit nicht nur die H\u00e4lfte der Wahrheit sagen.<\/p>\n<p><strong>Bef\u00fcrchten Sie nicht, dass Sie und die SVP bei den Wahlen am 15. April negative Folgen Ihres Verhaltens tragen m\u00fcssen?<\/strong><\/p>\n<p>Lei: : Ich hoffe, dass die Bev\u00f6lkerung versteht, warum ich so gehandelt habe. Es ist doch merkw\u00fcrdig, dass Frau Hildebrand ein Jahr lang nie mit dem Konto ihres Mannes spekulierte, dies aber zwei Tage vor der Abwertung des Schweizerfrankens tut und behauptet, nichts davon gewusst zu haben. Da ist es doch berechtigt, kritische Fragen zu stellen. Hildebrand hat seinen W\u00e4hrungsgewinn inzwischen gespendet, das ist ein Schuldgest\u00e4ndnis.<\/p>\n<p><strong>Es wird behauptet, Sie seien die Quelle f\u00fcr den Weltwoche-Artikel gegen Hildebrand.<\/strong><\/p>\n<p>Lei: Es stimmt, dass ich die Weltwoche auf Ungereimtheiten im Fall Hildebrand hingewiesen habe.<\/p>\n<p>Interview: Marc Haltiner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"padding-bottom:20px; padding-top:10px;\" class=\"hupso-share-buttons\"><!-- Hupso Share Buttons - https:\/\/www.hupso.com\/share\/ --><a class=\"hupso_toolbar\" href=\"https:\/\/www.hupso.com\/share\/\"><img src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/buttons\/lang\/de\/share-small.png\" style=\"border:0px; padding-top: 5px; float:left;\" alt=\"Share Button\"\/><\/a><script type=\"text\/javascript\">var hupso_services_t=new Array(\"Twitter\",\"Facebook\",\"Google Plus\",\"Pinterest\",\"Linkedin\",\"Digg\",\"Bebo\",\"Delicious\",\"Print\");var hupso_background_t=\"#EAF4FF\";var hupso_border_t=\"#66CCFF\";var hupso_toolbar_size_t=\"small\";var hupso_image_folder_url = \"\";var hupso_url_t=\"\";var hupso_title_t=\"7.1.2012%20Interview%20in%20der%20TZ\";<\/script><script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/js\/share_toolbar.js\"><\/script><!-- Hupso Share Buttons --><\/div><p>Herr Lei, die Kritik an Ihrem Verhalten ist deutlich. 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