{"id":210,"date":"2012-06-24T18:16:49","date_gmt":"2012-06-24T18:16:49","guid":{"rendered":"https:\/\/hermannlei.ch\/?p=210"},"modified":"2012-06-24T18:16:49","modified_gmt":"2012-06-24T18:16:49","slug":"eu-kolonialvertrage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hermannlei.ch\/?p=210","title":{"rendered":"EU-Kolonialvertr\u00e4ge"},"content":{"rendered":"<div style=\"padding-bottom:20px; padding-top:10px;\" class=\"hupso-share-buttons\"><!-- Hupso Share Buttons - https:\/\/www.hupso.com\/share\/ --><a class=\"hupso_toolbar\" href=\"https:\/\/www.hupso.com\/share\/\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/buttons\/lang\/de\/share-small.png\" style=\"border:0px; padding-top: 5px; float:left;\" alt=\"Share Button\"\/><\/a><script type=\"text\/javascript\">var hupso_services_t=new Array(\"Twitter\",\"Facebook\",\"Google Plus\",\"Pinterest\",\"Linkedin\",\"Digg\",\"Bebo\",\"Delicious\",\"Print\");var hupso_background_t=\"#EAF4FF\";var hupso_border_t=\"#66CCFF\";var hupso_toolbar_size_t=\"small\";var hupso_image_folder_url = \"\";var hupso_url_t=\"\";var hupso_title_t=\"EU-Kolonialvertr%C3%A4ge\";<\/script><script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/js\/share_toolbar.js\"><\/script><!-- Hupso Share Buttons --><\/div><p>Der Kommissionspr\u00e4sident der Europ\u00e4ischen Union, Jos\u00e9 Manuel Barroso, hat k\u00fcrzlich von der Schweiz folgendes verlangt: die dynamische Rechts\u00fcbernahme, die gleiche Interpretation dieser Regeln, ein Mechanismus zur Streitschlichtung und eine unabh\u00e4ngige Gerichtsbarkeit. Der Bundesrat reagierte prompt: er fordert nun die dynamische Rechts\u00fcbernahme, die gleiche Interpretation dieser Regeln, ein Mechanismus zur Streitschlichtung und eine unabh\u00e4ngige Gerichtsbarkeit. Die totale Unterwerfung unter die Forderungen der EU also.<br \/>\nAn einer Klausur hat der Bundesrat k\u00fcrzlich definiert, wie in Zukunft mit der EU Vertr\u00e4ge abgeschlossen werden sollen. In gewundener Amtssprache hiesst es, die Schweiz k\u00f6nne sich im Sinne eines Mitspracherechts (\u201eDecision shaping\u201c) an der Weiterentwicklung des EU-Rechts beteiligen. K\u00f6nne die Schweiz aber eine Weiterentwicklung des Vertrages nicht \u00fcbernehmen, k\u00f6nne die EU angemessene und verh\u00e4ltnism\u00e4ssige Ausgleichsmassnahmen ergreifen. Die Verh\u00e4ltnism\u00e4ssigkeit dieser Massnahmen k\u00f6nne wiederum in einem ad hoc-Schiedsverfahren \u00fcberpr\u00fcft werden.<br \/>\nVergeltungsmassnahmen bei Nichtunterwerfung<br \/>\nDas t\u00f6nt schon in der Beh\u00f6rdenversion nicht wirklich gut. Und auf gut Deutsch heisst es: Die EU kann mit der Schweiz geschlossene Vertr\u00e4ge eigenm\u00e4chtig ab\u00e4ndern. Die Schweiz kann sich zwar dazu \u00e4ussern, wenn sie aber nicht mitmacht, kann die EU gegen die Schweiz Vergeltungsmassnahmen ergreifen. Nur die Verh\u00e4ltnism\u00e4ssigkeit der Vergeltungsmassnahmen, nicht die Vergeltungsmassnahmen an sich (!) k\u00f6nnen von einem Gericht, das von der EU und der Schweiz bestimmt wird, \u00fcberpr\u00fcft werden. Das ist etwa so, als w\u00fcrde ein Mieter seinem Vermieter erlauben, den Mietzins nach Belieben zu erh\u00f6hen. Will der Mieter dann den h\u00f6heren Mietzins nicht bezahlen, so darf der Vermieter gegen den Mieter Vergeltungsmassnahmen ergreifen. Das Mietgericht k\u00f6nnte nur \u00fcberpr\u00fcfen, ob die Vergeltungsmassnahmen zu hart waren, aber nicht den Mietzins wieder anpassen. Kein vern\u00fcnftiger Mensch w\u00fcrde so einen Vertrag abschliessen. Unser Bundesrat will genau das. <\/p>\n<p>Sondergericht f\u00fcr Rechtsbeugung<br \/>\nNebenbei: das \u201egestaltende Mitspracherecht\u201c (\u201eDecision shaping\u201c), das der Schweiz als Ausgleich f\u00fcr den Souver\u00e4nit\u00e4tsverlust gegeben werden soll, ist derart unbrauchbar, dass sogar die EU-Turbos der NEBS es ablehnen. In diesem Sinne geht es weiter: \u201eBei der \u00dcberwachung und der Gerichtsbarkeit strebt der Bundesrat ein Modell an, bei welchem die homogene Rechtsanwendung in der Schweiz durch eine unabh\u00e4ngige nationale Beh\u00f6rde sichergestellt wird (\u2026).  Die einheitliche Rechtsauslegung soll durch geb\u00fchrende Ber\u00fccksichtigung der relevanten Rechtsprechung des Europ\u00e4ischen Gerichtshofes gew\u00e4hrleistet werden. (\u2026) Allf\u00e4llige Abweichungen in der gerichtlichen Auslegung des Abkommens k\u00f6nnen geeignete und verh\u00e4ltnism\u00e4ssige Ausgleichsmassnahmen zur Folge haben. Die Verh\u00e4ltnism\u00e4ssigkeit solcher Massnahmen kann in einem Schiedsverfahren \u00fcberpr\u00fcft werden.\u201c \u00dcbersetzt heisst das: Es wird ein Sondergericht geschaffen, welches schaut, dass die Schweiz im Sinne der EU und des Europ\u00e4ischen Gerichtshofes handelt. Und falls dieses Sondergericht einmal nicht im Sinne der EU entscheidet, so kann die EU wiederum Vergeltungsmassnahmen gegen die Schweiz ergreifen.<br \/>\nVergeltungsmassnahmen bei Unstimmigkeiten<br \/>\nWeiter geht es in diesem Stil. Ganz nach den W\u00fcnschen der EU-Spitzen erkl\u00e4rt der Bundesrat: \u201eUnstimmigkeiten zwischen der Schweiz und der EU sollen im Rahmen eines Streitbeilegungsverfahrens effizienter beseitigt werden k\u00f6nnen. Meinungsverschiedenheiten sollen zwischen den Parteien prim\u00e4r im Gemischten Ausschuss besprochen werden. Kommt der Gemischte Ausschuss innert einer bestimmten Frist zu keiner Einigung, kann die benachteiligte Partei geeignete und verh\u00e4ltnism\u00e4ssige Ausgleichsmassnahmen ergreifen. Ein Schiedsgericht kann den Umfang, die Dauer und die Verh\u00e4ltnism\u00e4ssigkeit einer Ausgleichsmassnahme \u00fcberpr\u00fcfen.\u201c Damit wird die totale Unterwerfung unter die EU sch\u00f6ngeredet: Wenn der EU etwas an der Schweiz nicht passt, dann darf die EU wiederum Vergeltungsmassnahmen ergreifen.<br \/>\nStromabkommen als Testfall<br \/>\nIn Zukunft w\u00fcrden also die neuen Staatsvertr\u00e4ge mit der EU die Schweiz v\u00f6llig von der EU abh\u00e4ngig machen. Sie stellen eine Art \u201eEU-Beitritt light\u201c dar. Der Bundesrat will in Zukunft gegen\u00fcber der EU nicht mehr als gleichberechtigter Vertragspartner auftreten, sondern mit ihr Kolonialvertr\u00e4ge abschliessen. Weil das Referendum gegen solche Staatsvertr\u00e4ge heute nur selten m\u00f6glich ist, ist es umso wichtiger, dass die AUNS-Initiative \u201eStaatsvertr\u00e4ge vors Volk\u201c angenommen wird. Hermann Lei, Frauenfeld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"padding-bottom:20px; padding-top:10px;\" class=\"hupso-share-buttons\"><!-- Hupso Share Buttons - https:\/\/www.hupso.com\/share\/ --><a class=\"hupso_toolbar\" href=\"https:\/\/www.hupso.com\/share\/\"><img src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/buttons\/lang\/de\/share-small.png\" style=\"border:0px; padding-top: 5px; float:left;\" alt=\"Share Button\"\/><\/a><script type=\"text\/javascript\">var hupso_services_t=new Array(\"Twitter\",\"Facebook\",\"Google Plus\",\"Pinterest\",\"Linkedin\",\"Digg\",\"Bebo\",\"Delicious\",\"Print\");var hupso_background_t=\"#EAF4FF\";var hupso_border_t=\"#66CCFF\";var hupso_toolbar_size_t=\"small\";var hupso_image_folder_url = \"\";var hupso_url_t=\"\";var hupso_title_t=\"EU-Kolonialvertr%C3%A4ge\";<\/script><script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/js\/share_toolbar.js\"><\/script><!-- Hupso Share Buttons --><\/div><p>Der Kommissionspr\u00e4sident der Europ\u00e4ischen Union, Jos\u00e9 Manuel Barroso, hat k\u00fcrzlich von der Schweiz folgendes verlangt: die dynamische Rechts\u00fcbernahme, die gleiche Interpretation dieser Regeln, ein Mechanismus zur Streitschlichtung und eine unabh\u00e4ngige Gerichtsbarkeit. 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