{"id":270,"date":"2012-12-10T13:37:02","date_gmt":"2012-12-10T13:37:02","guid":{"rendered":"https:\/\/hermannlei.ch\/?p=270"},"modified":"2012-12-10T13:37:02","modified_gmt":"2012-12-10T13:37:02","slug":"07-12-12-asyl-zwischen-schnitzel-und-seelachs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hermannlei.ch\/?p=270","title":{"rendered":"07.12.12. Asyl zwischen Schnitzel und Seelachs"},"content":{"rendered":"<div style=\"padding-bottom:20px; padding-top:10px;\" class=\"hupso-share-buttons\"><!-- Hupso Share Buttons - https:\/\/www.hupso.com\/share\/ --><a class=\"hupso_toolbar\" href=\"https:\/\/www.hupso.com\/share\/\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/buttons\/lang\/de\/share-small.png\" style=\"border:0px; padding-top: 5px; float:left;\" alt=\"Share Button\"\/><\/a><script type=\"text\/javascript\">var hupso_services_t=new Array(\"Twitter\",\"Facebook\",\"Google Plus\",\"Pinterest\",\"Linkedin\",\"Digg\",\"Bebo\",\"Delicious\",\"Print\");var hupso_background_t=\"#EAF4FF\";var hupso_border_t=\"#66CCFF\";var hupso_toolbar_size_t=\"small\";var hupso_image_folder_url = \"\";var hupso_url_t=\"\";var hupso_title_t=\"07.12.12.%20Asyl%20zwischen%20Schnitzel%20und%20Seelachs\";<\/script><script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/js\/share_toolbar.js\"><\/script><!-- Hupso Share Buttons --><\/div><p><span style=\"text-decoration: underline;\">Zu Besuch im Asylzentrum <\/span><\/p>\n<p><strong>Asyl zwischen Schnitzel und Seelachs<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Innerhalb eines Jahres stieg die Zahl der Asylgesuche um 42 Prozent. Alle Asylsuchenden m\u00fcssen durch die vier Empfangs- und Verfahrenszentren (EVZ) der Schweiz in Chiasso, Vallorbe, Basel und Kreuzlingen einreisen. Wer nicht sofort heimgeschickt wird, der kann sich gute Chancen ausrechnen, f\u00fcr immer in der Schweiz bleiben zu k\u00f6nnen. Ein Besuch im Asylzentrum in Kreuzlingen, wo zwischen Schnitzel und Seelachs um Asyl ersucht wird. <\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Mit seiner Beton- und Glasarchitektur k\u00f6nnte das Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) in Kreuzlingen ein Wohnblock neueren Datums sein. Das grosse Geb\u00e4ude mit gef\u00e4ngnisartigem Innenhof steht denn auch mitten in einem Wohnquartier. Etwa 250 Asylsuchende aus 50 L\u00e4ndern leben jeweils \u00a0f\u00fcr einige Zeit im Zentrum. Beim Eintritt in das EVZ werden die Personalien der Asylsuchenden registriert und sie werden kurz befragt. Gleichzeitig werden ihnen Fingerabdr\u00fccke genommen und Fotoportraits erstellt. Danach werden die Asylsuchenden in der Regel einem Kanton zugeteilt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Seelachs und Rindfleisch<\/strong><\/p>\n<p>Wir betreten das EVZ durch eine Sicherheitsschleuse aus Glas. \u201eD\u00fcrfen wir hier herein als Schweizer?\u201c fragen wir den uniformierten Securitas-Angestellten.\u00a0 \u201eNat\u00fcrlich, wir freuen uns \u00fcber jeden Schweizer.\u201c antwortet dieser. Kurz nach dem Eingang sehen wir den grossen Essensraum. Zurzeit wird kein Essen gereicht. Bei der Essensausgabe gebe es oft Auseinandersetzungen, erkl\u00e4rt uns Andreas Baumann vom Bundesamt f\u00fcr Migration, hier m\u00fcssten die Sicherheitsleute h\u00e4ufig eingreifen. Ende November wieder kam es hier zu einem Aufstand; ein Aufgebot von Polizei, Grenzwachtkorps und Ambulanz musste die Sicherheitskr\u00e4fte der Securitas, welche von Asylanten bedroht worden waren, retten. Zumindest der Men\u00fcplan kann aber kein Grund f\u00fcr die Unruhe sein. Denn selbstverst\u00e4ndlich muss niemand etwa Schweinefleisch essen, versichert Baumann. Stattdessen gibt es Pouletgeschnetzeltes an Currysauce, Seelachstranchen mit Pommes nature, Alaska-Fischst\u00e4bli oder Trutengeschnetzeltes an J\u00e4gersauce. Viersternehotelkomfort, meint einer der Besucher.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gewalt und Dreck<\/strong><\/p>\n<p>Die sanit\u00e4ren Anlagen gemahnen dann aber weniger an ein Viersternehotel, sie sind eher spartanisch, z.B. mit Stehklo, eingerichtet. Die Asylsuchenden sind hier f\u00fcr die Reinigung selber verantwortlich, erfahren wir und sehen eine Vielzahl Personen mit Gummihandschuhen und Besen herumstehen. Hier wie anderswo wird aber offenbar nur nachl\u00e4ssig gereinigt. Die danebenliegenden Schlafr\u00e4ume vermitteln ebenfalls ein nicht allzu luxuri\u00f6ses Bild: Bis zu einem Dutzend Asylsuchende leben zusammen in einem Zimmer in Doppelstockbetten. Langeweile, schlechtes Benehmen und Gewalt sind Dauerbrenner im EVZ und die Kreuzlinger Bev\u00f6lkerung beklagt sich seit Jahren \u00fcber die Zust\u00e4nde im und um das Zentrum. Die Zentrumsleitung hat deshalb Verhaltensregeln herausgegeben. Man staunt, was den Asylsuchenden offenbar gesagt werden muss: \u201eStrassen, Parks und G\u00e4rten sind keine Toiletten!\u201c \u201eEs wird nicht um Geld oder Zigaretten gebettelt.\u201c \u201eFrauen und M\u00e4dchen werden nicht bel\u00e4stigt!\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Umfangreiches Freizeitprogramm<\/strong><\/p>\n<p>Damit die Asylbewerber weniger M\u00e4dchen bel\u00e4stigen und auf die Strassen urinieren, wird ihnen ein umfangreiches Animationsprogramms geboten: Die Asylbewerber k\u00f6nnen w\u00e4hlen zwischen Internetkursen, Malen, Basteln, Dekorieren, N\u00e4hen,\u00a0 Tischkicker, Tischspiele, Musik und Tanz, Tischtennis, Basketball, Badminton, Boccia, einem neuen Fitnessraum, Laufen, Spielplatz, Vita-Parcours, Schwimmen, Fussball, Schwimmbad, Eishalle oder Volleyball.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da erstaunt es nicht, dass die Asylsuchenden um keinen Preis die Schweiz verlassen wollen, obwohl sie dies, zum Beispiel wegen des Dubliner-Erstasylabkommens, m\u00fcssten. Gem\u00e4ss dem Dublin-Abkommen m\u00fcssten Asylbewerber, welche in einem anderen Land ein Asylgesuch gestellt haben, dorthin \u00fcberstellt werden und d\u00fcrfen kein weiteres Asylgesuch in der Schweiz stellen. Gem\u00e4ss Zentrumsleitung kommen aber\u00a0 Asylsuchende trotzdem bis zu 4 oder 5 mal wieder in die Schweiz. Oft w\u00fcrden sie sogar ihre Fingerkuppen abraspeln, damit ihnen ein vorheriges Asylgesuch in einem anderen Land nicht nachgewiesen werden k\u00f6nne.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sonderflug f\u00fcr Fr. 150\u2018000.&#8212;<\/strong><\/p>\n<p>Von den Asylsuchenden im EVZ Kreuzlingen stammen 44% aus Afrika und der Subsahara, z.B. aus Eritrea und Nigeria. Besonders die Leute aus den Maghrebstaaten, das sind 20%, zeigen ein unfl\u00e4tiges Verhalten, urinieren in die G\u00e4rten etc. Die restlichen ca. 25% stammen aus S\u00fcdosteuropa. Ein Drittel der Gesuchsteller hat bereits in einem anderen Land ein Asylgesuch gestellt und die Anerkennungsquote liegt im Kanton Thurgau zurzeit bei 12.4%. Von den fast 90% abgewiesenen Asylbewerbern ergreifen 30% ein Rechtsmittel. Von den definitiv erledigten Gesuchen, reisen 50% selbst\u00e4ndig aus, wobei niemand weiss ob sie wirklich ausreisen, es kann auch sein, dass sie untertauchen. Die restlichen 50% m\u00fcssen ausgeschafft werden, entweder mit normalen Linienfl\u00fcgen, mit Fl\u00fcgen mit Polizeibegleitung oder mit Sonderfl\u00fcgen. Ein solcher Sonderflug kann gem\u00e4ss den Verantwortlichen im Zentrum bis zu Fr. 150\u2018000.- f\u00fcr einige wenige Personen kosten. Mit dabei sind immer auch die Polizei und ein Arzt. Diese extrem teuren Ausschaffungsmassnahmen w\u00fcrden von der \u00d6ffentlichkeit kritisiert, es sei aber sinnvoll, in Extremf\u00e4llen den Vollzug auch wirklich durchzusetzen. Probleme gebe es mit der R\u00fcckf\u00fchrung abgewiesener Asylsuchender, weil sich die Heimatstaaten nur zu oft weigerten, die Papiere auszustellen. Oftmals habe ein Drittweltstaat n\u00e4mlich ein Interesse am Geldtransfer, den seine Staatsb\u00fcrger im Ausland in den Heimatstaat vornehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was tun?<\/strong><\/p>\n<p>Was ist zu tun, damit weniger Asylbewerber in die Schweiz kommen? Die Verantwortlichen im EVZ sind sich einig: die Verfahren m\u00fcssen gek\u00fcrzt werden, wo immer es m\u00f6glich ist. Nur: auch so wird man das Problem nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen, solange es derart attraktiv ist, in die Schweiz zu kommen. Denn beim Asylrecht dachte und denkt man an den Einzelfall, an den unverschuldet Verfolgten, an den Nachbar in Not. Heute sind wir mit Immigrationswellen aus kulturfremden Weltteilen konfrontiert. Die grosse Mehrheit der Asylsuchenden ist nicht bedroht und missbraucht unser Gastrecht. Wegen ihnen k\u00f6nnte man das Asylrecht sofort abschaffen. Denkt man dagegen an die mehreren hundert Millionen Menschen aus Unrechtstaaten, welche theoretisch in der Schweiz Asyl erhalten k\u00f6nnten, so wird klar, dass das Asylrecht so oder so ein \u00fcberholtes Prinzip geworden ist. Es sollte daher baldm\u00f6glichst abgeschafft werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hermann Lei, Frauenfeld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"padding-bottom:20px; padding-top:10px;\" class=\"hupso-share-buttons\"><!-- Hupso Share Buttons - https:\/\/www.hupso.com\/share\/ --><a class=\"hupso_toolbar\" href=\"https:\/\/www.hupso.com\/share\/\"><img src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/buttons\/lang\/de\/share-small.png\" style=\"border:0px; padding-top: 5px; float:left;\" alt=\"Share Button\"\/><\/a><script type=\"text\/javascript\">var hupso_services_t=new Array(\"Twitter\",\"Facebook\",\"Google Plus\",\"Pinterest\",\"Linkedin\",\"Digg\",\"Bebo\",\"Delicious\",\"Print\");var hupso_background_t=\"#EAF4FF\";var hupso_border_t=\"#66CCFF\";var hupso_toolbar_size_t=\"small\";var hupso_image_folder_url = \"\";var hupso_url_t=\"\";var hupso_title_t=\"07.12.12.%20Asyl%20zwischen%20Schnitzel%20und%20Seelachs\";<\/script><script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/js\/share_toolbar.js\"><\/script><!-- Hupso Share Buttons --><\/div><p>Zu Besuch im Asylzentrum Asyl zwischen Schnitzel und Seelachs \u00a0 Innerhalb eines Jahres stieg die Zahl der Asylgesuche um 42 Prozent. 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