{"id":430,"date":"2014-11-21T11:08:26","date_gmt":"2014-11-21T11:08:26","guid":{"rendered":"https:\/\/hermannlei.ch\/?p=430"},"modified":"2014-11-21T11:08:26","modified_gmt":"2014-11-21T11:08:26","slug":"21-11-14-frauenfelder-waffenlauf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hermannlei.ch\/?p=430","title":{"rendered":"21.11.14 Frauenfelder Waffenlauf"},"content":{"rendered":"<div style=\"padding-bottom:20px; padding-top:10px;\" class=\"hupso-share-buttons\"><!-- Hupso Share Buttons - https:\/\/www.hupso.com\/share\/ --><a class=\"hupso_toolbar\" href=\"https:\/\/www.hupso.com\/share\/\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/buttons\/lang\/de\/share-small.png\" style=\"border:0px; padding-top: 5px; float:left;\" alt=\"Share Button\"\/><\/a><script type=\"text\/javascript\">var hupso_services_t=new Array(\"Twitter\",\"Facebook\",\"Google Plus\",\"Pinterest\",\"Linkedin\",\"Digg\",\"Bebo\",\"Delicious\",\"Print\");var hupso_background_t=\"#EAF4FF\";var hupso_border_t=\"#66CCFF\";var hupso_toolbar_size_t=\"small\";var hupso_image_folder_url = \"\";var hupso_url_t=\"\";var hupso_title_t=\"21.11.14%20Frauenfelder%20Waffenlauf\";<\/script><script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/js\/share_toolbar.js\"><\/script><!-- Hupso Share Buttons --><\/div><p>Frauenfelder Milit\u00e4rwettmarsch 16.11.2014<\/p>\n<p>aus der Sicht von Hermann Lei, Frauenfeld<\/p>\n<p>Vor drei Monaten habe ich mein Lauftraining aufgenommen. Ich bin kein guter L\u00e4ufer. Da die Offiziersgesellschaft Frauenfeld aber den traditionellen Frauenfelder mitorganisiert, f\u00fchle ich mich seit Jahren verpflichtet, am Waffenlauf teilzunehmen. 2014 ist mein neunter Lauf, acht Mal bin ich ans Ziel gekommen, einmal musste ich wegen Krankheit aufgeben.<\/p>\n<p>0930 Uhr versammeln wir uns im Innenhof der Kaserne Frauenfeld. Wie immer sieht man alte Bekannte, wie immer staune ich \u00fcber die teils sehr ergrauten Herren, welche hier antreten. Aber auch viele neue, junge Gesichter gesellen sich zur Schar der etwa 200 unentwegten Waffenl\u00e4ufer. Nach dem Antrittsverlesen und den Ehrungen marschieren wir in doch sehr aufgel\u00f6ster Formation zum Start beim Viehmarktplatz.<\/p>\n<p>Vor dem Start gibt es ein Selfie mit einem anderen Vorstandsmitglied und einem Kollegen. Wie immer gesellt sich meine Familie zu mir, meine Buben, welche hoffentlich in einigen Jahren ebenfalls zu der stolzen Gruppe der Waffenl\u00e4ufer geh\u00f6ren werden, posieren mit mir mit ihren Schweizerkappen. Die Nervosit\u00e4t ist \u00fcberall sp\u00fcrbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um Punkt 10.00 Uhr ert\u00f6nt der ohrenbet\u00e4ubende Schuss aus der Artilleriekanone und wie immer st\u00fcrmen die Waffenl\u00e4ufer los als w\u00e4ren wir bei einem 100-Meter-Lauf. Fr\u00fcher, als viele 100 Waffenl\u00e4ufer starteten, habe es hier ein grosses Gedr\u00e4nge gegeben. Heute verteilt sich die Waffenl\u00e4uferschar schon bald, wenn es den doch recht steilen Aufstieg zum Schulhaus Huben unter die F\u00fcsse zu nehmen gilt. Diese erste Strecke ist schon sehr anstrengend und man muss sich entscheiden, ob man Gas geben will, mit der Gefahr, dass man schon bald ausser Atem ger\u00e4t, oder ob man sich zur\u00fcckfallen lassen soll, mit der Gefahr, dass die vielen Zuschauer einem mitleidig zuklatschen. Ich entscheide mich f\u00fcr Letzteres.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach dem Schulhaus Huben geht es vorerst relativ gerade weiter, bald sehe ich aber die ber\u00fcchtigten Kamelbuckel vor mir. Diese sehr steile Steigung absolviere ich zu Fuss und mir kommt wie immer hier in den Sinn, dass ich in etwa 5 Stunden schon buchst\u00e4blich am Ende hier wieder durchlaufen werde.<\/p>\n<p>Noch relativ beschwingt nehme ich die ersten 10 km unter die F\u00fcsse. Obwohl ich einige der Waffenl\u00e4ufer kenne, laufe ich meist alleine. Ich mag es, wenn ich mein eigenes Tempo gehen kann und nicht auf andere R\u00fccksicht nehmen muss. Beim Waffenlauf, wie bei jedem Marathon, ist es wie im richtigen Leben: Die ersten 10km l\u00e4uft man beschwingt und jugendlich, bis zur H\u00e4lfte des Marathons hat man schon die besten Zeiten hinter sich, bei km 20 bis 30 geht es k\u00f6rperlich nur noch abw\u00e4rts und auf den letzten 10 km f\u00fchlt man sich uralt und sie sind ein Warten auf die Erl\u00f6sung. Noch aber renne ich relativ beschwingt und freue mich an den vielen Zuschauern an der Stecke, von denen ich ab und zu jemand kenne. Die Strecke ist sch\u00f6n, das Wetter klart auf und oftmals h\u00f6re ich, wie sich Leute zurufen: \u201eAch das ist ja der Hermann Lei!\u201c Die Begeisterung der Zuschauer spornt an, auch im grossen, l\u00e4ngeren Stich Richtung Tuttwil, wo die ersten zivilen Marathonl\u00e4ufer uns mit flockigem Laufschritt \u00fcberholen. Mein G\u00f6ttikind Matthias steht dort und winkt mir zu. Sein Vater feuert mich an: \u201eDie beiden \u00d6sterreicher vor Dir holst Du schon noch ein!\u201c. Nun macht sich auch langsam der erste Durst bemerkbar, nach der \u00dcberschreitung des \u201ePasses\u201c vor Eschlikon winkt zum Gl\u00fcck schon bald der erste Verpflegungsposten. Durstig trinke ich, soviel halt gerade hineingeht und esse ein St\u00fcck Banane. Bewundernd schaue ich den zivilen Marathonl\u00e4ufern nach, welche im Rennen einen Schluck trinken damit sie keine Zeit verlieren. Weiter geht es auf die lange Strecke am Berghang Richtung Wil. Nach 8 oder 9 Teilnahmen kennt man auch die verschiedenen Orte, wo Zuschauer ein kleines Fest f\u00fcr sich veranstalten und manchmal schon sichtlich gut gelaunt bei Schnaps und Bratwurst den L\u00e4ufern Alkohol ausschenken wollen. Dankend lehne ich ab. Im Wald bei Sirnach treffe ich dann wieder auf meine Familie, welche mir zu Trinken und etwas zu Essen gibt, die Kinder rennen ein kurzes St\u00fcck mit. Genau an dieser Stelle \u00fcberholt mich dann auch mein Nachbar, welcher den zivilen Marathon absolviert. Einige 100 Meter weiter rennen mir dann schon seine 4 Kinder entgegen und lachen mich aus, ihr Vater sei ja viel schneller\u2026.. Auch mein G\u00f6ttikind ist wieder da. Sehr kr\u00e4ftezehrend ist die lange, nicht enden wollende Strecke vor Wil, welche durch Industriegebiete auf Asphalt f\u00fchrt und einem den Rest gibt. In Wil selber aber sind dann wieder viele Zuschauer, welche die letzten Waffenl\u00e4ufer und die ersten Halbmarathonl\u00e4ufer hier begr\u00fcssen. Beim Durchgang durchs Tor in Wil, wo die H\u00e4lfte geschafft ist, ist es f\u00fcr mich immer etwas entt\u00e4uschend. Da ich bis zu diesem Punkt etwa 2 Stunden und 20 Minuten ben\u00f6tige, laufe ich kurz vor dem Start der Halbmarathon-L\u00e4ufer ein und die meiste Aufmerksamkeit richtet sich deshalb auf diesen Massenstart. Ich komme mir hier immer etwas verloren vor und an den vielen weggeworfenen Bechern erkenne ich, dass viele schon vor mir hier vorbeigelaufen sind.<\/p>\n<p>Der R\u00fcckweg nach Frauenfeld ist grunds\u00e4tzlich weniger anspruchsvoll, da es oftmals leicht bergab geht. Mir tun aber dennoch bereits hier die F\u00fcsse recht weh und die Energie ist eindeutig am Schwinden. Dazu kommt, dass mich 100e zivile Halbmarathonl\u00e4ufer hier \u00fcberholen. Allerdings gibt es viele Halbmarathonl\u00e4ufer, die mich beim \u00dcberholen aufmuntern und mir sagen, wie stark sie es finden, dass hier jemand in Uniform und Gewehr die doppelte Strecke l\u00e4uft. Irgendwo in Bronschhofen \u00fcberholt mich dann auch eine Kollegin, welche mich eine Weile mitzieht und dann von dannen springt. Danach folgt eine relativ lange, mehr oder weniger gerade Strecke, welche aufs Gem\u00fct schl\u00e4gt, auch wenn sie durch sch\u00f6ne Landschaften f\u00fchrt. F\u00fcr die Landschaft habe ich jetzt aber weniger ein Auge, ich k\u00e4mpfe mit der Energielosigkeit und mit meinen Beschwerden. Dennoch l\u00e4uft es mir hier besser als in anderen Jahren, als ich mit gravierenden Leistungsabf\u00e4llen zu k\u00e4mpfen hatte. Bald treffe ich auch meine Familie wieder, welche mich verpflegt. So gest\u00e4rkt mache ich mich weiter auf Richtung Lommis.<\/p>\n<p>Nun beginnt wieder die Rechnerei: Schaffe ich es, mein Ziel zu erreichen und vor 15.00 Uhr die Ziellinie zu \u00fcberschreiten? Mein Tempo ist deutlich langsamer. Ich muss mich sehr anstrengen, selbst das langsame Tempo zu halten und nicht immer wieder zu marschieren oder stehen zu bleiben. Die Qu\u00e4lerei hat f\u00fcr mich definitiv begonnen. Dennoch schaffe ich es hin und wieder, einen anderen Waffenl\u00e4ufer zu \u00fcberholen, manchmal sogar einen Halbmarathonl\u00e4ufer. Das im Vergleich zu fr\u00fcher intensivere Lauftraining macht sich eindeutig bezahlt. Ich laufe zwar nicht schneller als in fr\u00fcheren Jahren, aber mit doch weniger Problemen. Es sei aber nicht verschwiegen, dass die letzten 10 km eine ziemliche Qu\u00e4lerei darstellen. Es scheint immer eine Ewigkeit zu dauern, bis die gelben Kilometertafeln auftauchen.<\/p>\n<p>Kurz vor den ber\u00fcchtigten Kamelbuckeln merke ich, dass die Zeit wie immer sehr knapp wird, will ich vor 15.00 Uhr einlaufen. Wohl oder \u00fcbel muss ich mich nochmals sehr zwingen, ein akzeptables Tempo einzuschlagen. Auf der Stecke zum Schulhaus Huben werde ich zu allem Elend noch von kleineren Kr\u00e4mpfen geplagt, die aber gl\u00fccklicherweise schnell verschwinden. Am Ortseingang von Frauenfeld habe ich immer das Gef\u00fchl, jetzt sei ich bald da, was sich aber regelm\u00e4ssig als Irrtum erweist, weil die Strecke b\u00f6sartigerweise noch einige endlose Haken schl\u00e4gt. Die letzten etwa 1.5km gehen dann nur noch herunter, z.T. aber relativ steil, was auf die Gelenke schl\u00e4gt. Ich merke aber, dass ich nur noch wenige Minuten Zeit habe. Ich gebe daher alles und spurte unter nicht unerheblichen Schmerzen diese letzten 1.5km.<\/p>\n<p>Der Zieleinlauf ist wie immer von vielen Leuten ges\u00e4umt, auch wenn ich eher zu den hinteren L\u00e4ufern geh\u00f6re. Sch\u00f6n ist auch, dass der Speaker den Namen des Einlaufenden verk\u00fcndet. Das motiviert mich zu einem Schlusssprint, was den Speaker dazu bewegt, auszurufen, hier gebe einer noch die letzten Reserven. Dann endlich habe ich es geschafft, ich bin im Ziel!<\/p>\n<p>Wie immer ist die Erleichterung am Ziel riesig, viele Leute kommen und gratulieren zur erbrachten Leistung. Kaum ist man aber nicht mehr am Rennen, stellen sich die ersten Schmerzen ein, die Vorzeichen dessen, was in den n\u00e4chsten zwei drei Tagen noch folgen wird, n\u00e4mlich Gelenkschmerzen, Wolf und auch die eine oder andere Blase an den F\u00fcssen. Es gibt aber kaum ein sch\u00f6neres Gef\u00fchl als frische Kleider anzuziehen und warm eingepackt in Faserpelze durch die vielen L\u00e4ufer zu gehen und sich gegenseitig Komplimente zu verteilen.<\/p>\n<p>Am Schluss schiesse ich noch ein Selfie mit dem Vorstandsmitglied Jakob Oelkers. Er ist kurz nach mir eingelaufen, weil er mit Kr\u00e4mpfen zu k\u00e4mpfen hatte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vor und w\u00e4hrend des Laufes habe ich mir wie immer geschworen, dies sei nun wirklich das letzte Mal gewesen, dass ich mir diese Tortur antue. Und doch weiss ich: n\u00e4chstes Jahr werde ich wieder antreten. \u00a0Hermann Lei, November 2014<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/hermannlei.ch\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/ff-e1416567931691.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-429\" alt=\"ff\" src=\"https:\/\/hermannlei.ch\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/ff-e1416567931691-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/hermannlei.ch\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/ff-e1416567931691-300x225.jpg 300w, https:\/\/hermannlei.ch\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/ff-e1416567931691.jpg 525w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"padding-bottom:20px; padding-top:10px;\" class=\"hupso-share-buttons\"><!-- Hupso Share Buttons - https:\/\/www.hupso.com\/share\/ --><a class=\"hupso_toolbar\" href=\"https:\/\/www.hupso.com\/share\/\"><img src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/buttons\/lang\/de\/share-small.png\" style=\"border:0px; padding-top: 5px; float:left;\" alt=\"Share Button\"\/><\/a><script type=\"text\/javascript\">var hupso_services_t=new Array(\"Twitter\",\"Facebook\",\"Google Plus\",\"Pinterest\",\"Linkedin\",\"Digg\",\"Bebo\",\"Delicious\",\"Print\");var hupso_background_t=\"#EAF4FF\";var hupso_border_t=\"#66CCFF\";var hupso_toolbar_size_t=\"small\";var hupso_image_folder_url = \"\";var hupso_url_t=\"\";var hupso_title_t=\"21.11.14%20Frauenfelder%20Waffenlauf\";<\/script><script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/js\/share_toolbar.js\"><\/script><!-- Hupso Share Buttons --><\/div><p>Frauenfelder Milit\u00e4rwettmarsch 16.11.2014 aus der Sicht von Hermann Lei, Frauenfeld Vor drei Monaten habe ich mein Lauftraining aufgenommen. 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