{"id":651,"date":"2015-11-09T07:02:32","date_gmt":"2015-11-09T07:02:32","guid":{"rendered":"https:\/\/hermannlei.ch\/?p=651"},"modified":"2015-11-09T07:04:13","modified_gmt":"2015-11-09T07:04:13","slug":"9-11-15-wenn-fremde-richter-richtig-richten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hermannlei.ch\/?p=651","title":{"rendered":"9.11.15 Wenn fremde Richter richtig richten"},"content":{"rendered":"<div style=\"padding-bottom:20px; padding-top:10px;\" class=\"hupso-share-buttons\"><!-- Hupso Share Buttons - https:\/\/www.hupso.com\/share\/ --><a class=\"hupso_toolbar\" href=\"https:\/\/www.hupso.com\/share\/\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/buttons\/lang\/de\/share-small.png\" style=\"border:0px; padding-top: 5px; float:left;\" alt=\"Share Button\"\/><\/a><script type=\"text\/javascript\">var hupso_services_t=new Array(\"Twitter\",\"Facebook\",\"Google Plus\",\"Pinterest\",\"Linkedin\",\"Digg\",\"Bebo\",\"Delicious\",\"Print\");var hupso_background_t=\"#EAF4FF\";var hupso_border_t=\"#66CCFF\";var hupso_toolbar_size_t=\"small\";var hupso_image_folder_url = \"\";var hupso_url_t=\"\";var hupso_title_t=\"9.11.15%20Wenn%20fremde%20Richter%20richtig%20richten\";<\/script><script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/js\/share_toolbar.js\"><\/script><!-- Hupso Share Buttons --><\/div><p><a href=\"https:\/\/hermannlei.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/SZ-Nr-21-Di-1530-2.pdf\">SZ Nr 21 Di 1530 (2)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/hermannlei.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Der-Rheintaler-20151107.pdf\">Der Rheintaler &#8211; 20151107<\/a><\/p>\n<p><strong><u>Die Schweiz: ein Zensurstaat?<\/u><\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Schweiz wurde wegen ihres Antrirassimusartikels vom Europ\u00e4ischen Gerichtshof verurteilt und mit einem totalit\u00e4ren und diktatorischen Regime verglichen. Zu Recht: Eine demokratische Gesellschaft soll missliebige Ansichten nicht verbieten, seinen B\u00fcrgern die Geschichtsschreibung nicht dekretieren. Die Antirassismus-Strafnorm, die viel zu schnell bem\u00fcht wird und die wegen ihrer unm\u00f6glichen Formulierung immer wieder Schwierigkeiten aufwirft, ist k\u00fcnftig ausgesprochen zur\u00fcckhaltend auszulegen. Und wir sollten keine fremden Richter ben\u00f6tigen, um uns sagen zu lassen, dass politische Zensur hierzulande nichts zu suchen hat.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>V\u00f6lkermord oder nicht?<\/strong><\/p>\n<p>Der V\u00f6lkermord an den christlichen Armeniern im ersten Weltkrieg war einer der ersten systematischen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/V%C3%B6lkermord\">Genozide<\/a> des 20. Jahrhunderts. Die offizielle t\u00fcrkische Geschichtsschreibung sieht das allerdings anders, so auch der t\u00fcrkische Politiker Dogu Perincek, der 2005 in Lausanne den V\u00f6lkermord als \u201einternationale L\u00fcge\u201c bezeichnet hatte. Er wurde deswegen wegen Rassendiskriminierung verurteilt. Perincek beharrte auf seiner Meinung und zog seinen Fall an den Europ\u00e4ischen Gerichtshof. Der EGMR hiess seine Beschwerde gut und r\u00fcgte die Schweiz, sie habe die Meinungs\u00e4usserungsfreiheit verletzt. Und fand deutliche Worte: Sich \u00f6ffentlich zu kontroversen und heiklen Fragen zu \u00e4ussern, sei einer der fundamentalen Aspekte des Rechts auf Meinungs\u00e4usserungsfreiheit, die eine tolerante und pluralistische Gesellschaft von einem totalit\u00e4ren oder diktatorischen Regime unterscheide<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Schweiz wird zweimal verurteilt<\/strong><\/p>\n<p>In der Regel f\u00fcgt sich der Bund immer, wenn er vom EGMR verurteilt wird. So akzeptierte er unverst\u00e4ndlicherweise, dass der kriminelle Algerier Boultif nicht ausgewiesen werden darf. Oder er wehrte sich nicht f\u00fcr die Genfer Polizisten, welchen der Gerichtshof ohne stichhaltige Beweise vorwarf, sie h\u00e4tten einen Schwarzafrikaner bei einer Drogenkontrolle halbtot geschlagen &#8211; immer wenn der EGMR Ausl\u00e4ndern mehr Rechte einr\u00e4umt, akzeptiert die offizielle Schweiz dies. Im Falle des Antirassismusartikels, welcher ja meist gegen Schweizer angewandt wird, ersuchte der Bund die Grosse Kammer des EGMR dagegen um eine Neubeurteilung des Falles, beharrte also darauf, die Meinungsfreiheit zu Lasten von uns einschr\u00e4nken zu wollen. Allerdings vergeblich:\u00a0Die Grosse Kammer verurteilte die Schweiz erneut wegen Verletzung der Meinungs\u00e4usserungsfreiheit. Die Schweizer Gerichte h\u00e4tten den t\u00fcrkischen Politiker \u00abzensuriert, weil er eine Meinung \u00e4usserte, die der in der Schweiz vorherrschenden widerspricht.\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das unfreie Wort<\/strong><\/p>\n<p>Es ist f\u00fcr die Schweiz eine peinliche Niederlage. Sie wird wegen ihres Antrirassimusartikels mit einem totalit\u00e4ren und diktatorischen Regime verglichen. Aber es ist so: Abweichende Meinungen werden hierzulande allzu oft kriminalisiert. Wendige Politanw\u00e4lte und staatlich finanzierte Gutmenschengruppen zerren jeden Politiker vor Gericht, welcher ihnen nicht passt und missbrauchen die Justiz zu politischen Zwecken: Blocher, Brunner, Amstutz, Heer, Schl\u00fcer, Thiel, Schmitt, Tsch\u00e4pp\u00e4t und sogar die Sekret\u00e4re der SVP wurden mit Strafverfahren bedroht oder in sie verwickelt. Langj\u00e4hrige, l\u00e4hmende Verfahren und ein Klima der Angst und des Meinungsterrors sind die Folgen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Keine fremden Richter<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Irrweg muss beendet werden, eine demokratische Gesellschaft muss Auseinandersetzungen zulassen. Die Antirassismus-Strafnorm, die viel zu schnell bem\u00fcht wird und die wegen ihrer unm\u00f6glichen Formulierung immer wieder Schwierigkeiten aufwirft, ist k\u00fcnftig ausgesprochen zur\u00fcckhaltend auszulegen. Und: wir sollten keine fremden Richter ben\u00f6tigen, um uns sagen zu lassen, dass politische Zensur in unserem Lande nichts zu suchen hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hermann Lei, Kantonsrat SVP, Frauenfeld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"padding-bottom:20px; padding-top:10px;\" class=\"hupso-share-buttons\"><!-- Hupso Share Buttons - https:\/\/www.hupso.com\/share\/ --><a class=\"hupso_toolbar\" href=\"https:\/\/www.hupso.com\/share\/\"><img src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/buttons\/lang\/de\/share-small.png\" style=\"border:0px; padding-top: 5px; float:left;\" alt=\"Share Button\"\/><\/a><script type=\"text\/javascript\">var hupso_services_t=new Array(\"Twitter\",\"Facebook\",\"Google Plus\",\"Pinterest\",\"Linkedin\",\"Digg\",\"Bebo\",\"Delicious\",\"Print\");var hupso_background_t=\"#EAF4FF\";var hupso_border_t=\"#66CCFF\";var hupso_toolbar_size_t=\"small\";var hupso_image_folder_url = \"\";var hupso_url_t=\"\";var hupso_title_t=\"9.11.15%20Wenn%20fremde%20Richter%20richtig%20richten\";<\/script><script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/static.hupso.com\/share\/js\/share_toolbar.js\"><\/script><!-- Hupso Share Buttons --><\/div><p>SZ Nr 21 Di 1530 (2) Der Rheintaler &#8211; 20151107 Die Schweiz: ein Zensurstaat? Die Schweiz wurde wegen ihres Antrirassimusartikels vom Europ\u00e4ischen Gerichtshof verurteilt und mit einem totalit\u00e4ren und diktatorischen Regime verglichen. 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